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Die
Liste der Stars, mit denen er schon auf der Bühne stand, liest sich wie
das „Who Is Who" der Jazz- und Entertainment-Szene: Chet Baker,
Gerry Mulligan, Kenny Rodgers, Tony Christie, Harald Juhnke, Peter
Alexander, Caterina Valente, Udo Jürgens u.v.a.m. Von Mannheim aus hat Jochen Brauer den Sprung in den exklusiven
Kreis weltberühmter Unterhaltungskünstler geschafft. Im Januar 2009
feierte der Vollblutmusiker, der Saxofon, Klarinette, Flöte, sowie Piano,
Cello und Akkordeon beherrscht und auch als Sänger zu brillieren weiß, seinen
80.
Geburtstag.
Trotz seiner Karriere, die ihn auf Tourneen bis nach Russland, die USA und
Japan geführt hat, ist Brauer ein sympathischer Mensch ohne jegliche
Starallüren geblieben. Getreu seinem Motto: „Sei auf dem Weg nach
oben freundlich zu denen, die am Rande stehen. Du könntest ihnen wieder
begegnen - beim Abstieg." |
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Dass
er in einem Alter, in dem andere sich längst im Ruhestand befinden,
musikalisch noch immer auf der Höhe der Zeit ist, zeigen seine
glanzvollen Darbietungen auf ziemlich aktuellen CDs der RhineStream JazzBand und auf
„Grand Cru No. 2" des Mannheimer Pianisten Peter
Seiler: Auf letzterer bläst Brauer zu zeitgemäßen Funk- und Fusion-Klängen
ein schnittiges, modernes Saxofon, das stilistisch gut und gerne zwei
Generationen entfernt liegt von den Swing-Sounds, die ihn als Jugendlichen
geprägt haben.
Der virtuose Multiinstrumentalist entstammt einer Jazz-Generation, für
die Unterhaltung und Publikumsnähe kein Tabu darstellte.
Gleichwohl
begann der gebürtige Schlesier, den es 1955 nach Mannheim verschlug,
als Avantgardist. Im Cabaret „Metropol" in T 6 präsentierte er
damals mit seinem Sextett kühn konzipierten Cool- Jazz mit Fugenformen,
Kontrapunkt und komplexer Mehrstimmig- keit. „Aber die Leute
tobten", erinnert sich Brauer. |
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Acht
Stunden spielt er mit seiner Band Nacht für Nacht in Clubs,
Kellerlokalen und Varietees. Die Kunst war aber leider brotlos. Nach
eigenem Bekunden ging Brauer vom Jazz weg und hin zum En- tertainment,
„weil wir endlich leben wollten". 1959 kam der Durch- bruch des
Jochen-Brauer-Sextetts als Show-Kapelle in der Fern- sehsendung
„Der große Wurf" mit Hans-Joachim-Kulenkampff. Die Truppe
feierte glänzende kommerzielle Erfolge, veröffentlichte 15 Alben und
an die 70 Singles. Im deutschen Fernsehen waren Brauer und Co. in den
70ern Dauergäste bei beliebten Sendungen wie Hans Rosenthals Klassiker
„Dalli Dalli" oder den „Montagsmalern" von Siggi Harreis.
Daneben gab es immer wieder lukrative Gala-Auftritte in Nobel-Hotels und
auf Kreuzfahrtschiffen. |
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In
den 90er Jahren schlug Brauers Leidenschaft zum Jazz aber wieder durch. Er
nahm mit dem Trio The Organizers eine viel beachtete CD auf, gab und gibt mit der
RhineStream JazzBand eine Vielzahl von Konzerten. Anfang 2004 begeisterte
er beim grandio- sen „Jazz in der Oper "-Konzert im Mannheimer
Nationaltheater mit leichtem, eloquentem Flötenspiel und
kraftvoll-eruptiven Tenorsaxo- fon-Soli, die sein Publikum im Stil schwarzer
Rhythm'n'Blues-Bläser aus den 40er Jahren zur Ekstase trieben. Viele
denkwürdige Auftritt zeigen, dass Jochen Brauers vitale Energie auch mit
80 zum Glück noch ungebrochen ist.
Der
Text basiert größtenteils auf einem Artikel im MM von Georg Spindler
am 24.1.2004 |

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