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Mit
dieser von ihm kreierten Jazzmusik gelang ihm Mitte der 50er Jahre der
nationale Durchbruch, so dass er gleich zwei Mal zum beliebtesten Jazzer
Deutschlands gewählt wurde, noch vor den Jazz-Giganten Emil und Albert
Mangelsdorff oder Attila Zoller.
Nach einem umjubelten Konzert auf dem Jazzfestival in Frankfurt erhielt
Lauth den ersten Plattenvertrag und ging mit dem wohl bekanntesten
Jazz-Kritiker Joachim E. Berendt 1956/57 unter dem Motto „Jazz und
Alte Musik“ auf Tournee. Es folgten 150 Auftritte – die
erfolgreichste Tournee eines deutschen Jazzers überhaupt.
1958 erhielt eine seiner LPs schließlich den Preis der Deutschen
Schallplattenkritik, vergleichbar heute mit dem Echo. Gleichzeitig lief
sein Film „Präludium in Jazz“ bundesweit im Vorprogramm eines
Spielfilmes mit Marilyn Monroe.
In den 60er Jahren zog sich Lauth zunächst etwas zurück, formierte
aber dennoch immer wieder Bands, mit denen er ab und an auftrat. Zu
seiner Grundbesetzung gehörten damals Wolfgang Wager (b) und Horst
Seidelmann (dr), die bisweilen ergänzt wurden durch Emil Mangelsdorff
(as/fl) und Werner Poehlert (g). Mitte der 60er schrieb er die Musik für
drei Jazzballette, die 130 Mal am Nationaltheater MA aufgeführt wurden;
dabei spielten so bekannte Musiker wie Sigi Schwab (g) oder Klaus Nagel
(g) in der Theaterband mit.
In den 70er Jahren hörte man wenig von Wolfgang Lauth, doch jammte er
begeistert immer wieder mal bei den Dixieland-Musikern mit, die sich
regelmäßig im „Gude Drobbe“ zu Sessions verabredeten. Da traf er
dann mit Peter Rückert (tp), Mack Mackowiak (tb), Freddie Münster (cl)
oder Bodo Überrhein (b) zusammen, alles Musiker, die weit weg waren von
seinem ursprünglichen „barocken“ Bebop. 1975 schließlich wurde
Wolfgang Lauth sogar für einen Oscar nominiert: er hatte die Musik zu
einem Industriefilm der BASF komponiert.
Noch gar nicht lange her wurde Wolfgang Lauth mit dem "Blue-Bird-Award"
des Muddy's Club für seine Verdienste um die Jazzmusik ausgezeichnet -
zusammen mit unserem Drummer Manfred Magin.
Wir von der RhineStream Band haben zuletzt 2004
mit ihm gespielt, unser Bassist Rudi Egner hatte sogar noch im Frühjahr
2011 einen Kurzauftritt mit ihm, ein weiterer Gig war schon in Planung.
Noch etwas hatte Lauth mit Münzer gemeinsam: beide konnten unglaublich
gut und witzig Anekdoten erzählen – von der „guten alten Zeit“,
als der Jazz noch ganz oben in den Hitlisten stand.
Text enthält einige
Passagen aus dem Nachruf von Georg Spindler (MM 01.09.2011)
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